Geburtshilfe

Die Instruktionen des Chefarztes sind kurz und bündig: „Bevor Sie umkippen gehen Sie bitte einfach leise raus, damit wir nicht von unserer Arbeit abgelenkt werden“. Und schon stehe ich mitten im Operationssaal des Regionskrankenhauses, wo gerade die Vorbereitungen für einen Kaiserschnitt auf Hochtouren laufen. Vor sechs Wochen hatte ich um diesen Fototermin gebeten, erst vor 15 Minuten kam der ersehnte Anruf aus der Geburtshilfeabteilung: „Sie können heute fotografieren, alle sind einverstanden. Sie müssen aber sofort kommen, es geht gleich los“. Kurz vor dem ersten Schnitt wird mir schnell noch eine Fußbank hingestellt, damit ich dem OP-Team besser über die Schulter sehen kann. Nach einer halben Stunde ist der Eingriff erfolgreich beendet,  alle Bilder sind im Kasten und die befürchtete Ohnmacht ist mir erspart geblieben. Der Stress ist allerdings noch nicht vorbei, denn die zuständigen Redakteure sitzen auf heißen Kohlen. Alle Abgabetermine sind längst überschritten, das aktuelle Magazin wird bereits mit Platzhaltern produziert.  Im Austausch werden dann doch noch elf meiner Bilder (inkl. Titelbild) in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Hebammenzeitschrift veröffentlicht.